Hunde impfen mit Verstand

Hunde impfenWie beim Menschen spielen Impfungen auch bei Tieren, speziell bei Hunden, eine wichtige Rolle. Sie schützen vor verschiedenen Krankheiten und können gezielt eingesetzt werden, um das Wohlbefinden der Tiere zu steigern. Hierbei gilt jedoch immer: Qualität geht über Quantität. Oder anders formuliert: Viele Impfungen bedeuten nicht zwangsläufig viel Gesundheit für den Hund. Impfungen sollten immer mit Verstand durchgeführt werden.

Hundeimpfung
  • umfassender Schutz
  • es ist nie zu spät für eine Impfung
  • unabhängiger Ratgeber
  • Impfungen sind wichtig bei Anschaffung

Warum eine Impfung für Haustiere wichtig ist

kleiner HundEin Hund (oder jedes andere Haustier), der nicht geimpft wurde, weist ein erhöhtes Risiko für Hundekrankheiten auf. Aus diesem Grund ist es in Deutschland mittlerweile gang und gäbe, dass Hunde schon als Welpen grundimmunisiert werden. Dieser Schritt ist notwendig für eine gesunde und komplikationsfreie Entwicklung und schützt vor unterschiedlichen Krankheiten. Hierzu gehören unter anderem:

  • Staupe
  • Leberentzündung
  • Stuttgarter Hundeseuche (Leptospirose)
  • Parvovirose
  • Tollwut

Die Impfung an sich ist weitestgehend ungefährlich für die Hundewelpen und nur äußerst selten mit Nebenwirkungen verbunden. Generell gilt im Falle der Grundimmunisierung, dass jeder Hundehalter von dieser Form des Schutzes überzeugt ist. Die Impfungen werden nicht angezweifelt, sondern allgemein anerkannt. Ob die verschiedenen Impfungen im Laufe des Hundelebens jedoch immer wieder aufgefrischt werden müssen, ist dem Halter selbst überlassen. Während es die Einen für notwendig halten, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten, ist es für die Anderen Geldverschwendung.

Wann werden Hunde geimpft?

Arzt mit HundDie erste Grundimmunisierung erfolgt in der Regel, wenn die Hunde etwa acht Wochen alt sind. Diese Impfung, die meist vom Hundezüchter initiiert wird, umfasst die Immunisierung gegen die Krankheiten Staupe, Parvovirose, Leberentzündung und Leptospirose. Wenn der Verdacht besteht, dass der betroffene Hund schon frühzeitig von einer dieser Krankheiten befallen werden kann, ist es durchaus auch empfehlenswert, die Grundimmunisierung in der sechsten oder siebten Lebenswoche durchzuführen. Damit die Grundimmunisierung wirklich wirkt, ist es außerdem notwendig, eine sogenannte Nachimpfung durchzuführen. Diese wird für die 12. oder 13. Lebenswoche angesetzt. Danach müssen die Impfungen je nach Impfstoff aufgefrischt werden. Die genauen Intervalle werden meist in den Packungsbeilagen der Impfstoffe vermerkt.

Wichtige Information zum Grundimmunisierung: Immer wieder entscheiden sich Menschen dazu, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen, der häufig keine Grundimmunisierung im Welpenalter erhalten hat. In diesem Fall ist es überaus empfehlenswert, die entsprechenden Impfungen zum Schutz des Tieres nachzuholen. Denn: Es ist niemals zu spät für eine Grundimmunisierung bei Hunden.

Ab der 12. Lebenswoche ist es außerdem empfehlenswert, eine Tollwutimpfung beim Hund durchzuführen, wenn diese erwünscht ist. Diese Impfung ist besonders empfehlenswert, da ein tollwütiger Hund auch für den Menschen eine ausgesprochen große Gefahr darstellen kann. Eine andere optionale Impfung ist die gegen den sogenannten Zwingerhusten. Diese Immunisierung kann ebenfalls ab der achten Lebenswoche durchgeführt werden, ist aber bei weitem nicht bei jedem Hund notwendig.

Generell gilt es immer, folgendes zu beachten: Es gibt keinen allgemeingültigen Impf-Plan für Hunde. Wenn man als Halter beispielsweise bemerkt, dass eine Impfung überfällig ist oder aufgefrischt werden muss, ist es kein Problem, sich spontan an einen Tierarzt zu wenden. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass kein Halter dazu verpflichtet ist, seinen Hund impfen zu lassen.

Die wichtigsten Impfungen in der Übersicht

Die Impfungen, die im Folgenden vorgestellt werden, sind fester Bestandteil der Grundimmunisierung. Sie gelten als besonders wichtig und sind daher für die meisten Hundehalter unverzichtbar. Wird ein Welpe aus einer großen Zucht gekauft, ist es immer empfehlenswert, sich vorher zu informieren, ob er gegen alle hier aufgeführten Krankheiten geimpft wurde.

Impfung gegen … Zeitpunkt der ersten Impfung Beschreibung der Krankheit
Staupe Achte Lebenswoche Staupe ist eine Viruserkrankung, die nicht nur bei Hunden, sondern auch Katzen und Wildtieren auftreten kann. Charakteristische Symptome sind Fieber, Abgeschlagenheit, Durchfall, Erbrechen und Atemwegsprobleme. Wird die Krankheit nicht erkannt und behandelt, kann es zu einer bleibenden Schädigung des Gehirns kommen.
Leberentzündung (Hepatitis) Achte Lebenswoche Eine Hepatitis tritt auf, wenn Zellen der Leber beschädigt oder zerstört wurden. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Entzündung der Leber, die unter anderen mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • Fieber
  • erhöhte Blutungsneigung
  • Abgeschlagenheit
Stuttgarter Hundeseuche (Leptospirose) Achte Lebenswoche Die Stuttgarter Hundeseuche ist eine ansteckende Krankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird und auf der ganzen Welt vorkommt. In einigen Fällen kann die Erkrankung auch vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Ist ein Tier von der Stuttgarter Hundesucht betroffen, reagiert es meist mit Fressunlust, Erbrechen und Fieber. Später kommt es zu einer eingeschränkten Bewegung, Atemwegsproblemen, Blut im Stuhl und Muskelzucken.
Parvovirose Achte Lebenswoche Die Parvovirose wird durch den Parvovirus hervorgerufen. Die Krankheit betrifft vor allem sehr junge und sehr alte Hunde, was eine Impfung im Welpenalter unverzichtbar macht. Parvovirose äußert sich zu Beginn vor allem durch Fieber, Fressunlust und Abgeschlagenheit. Später kommen Symptome wie Durchfall hinzu. Viele junge Hunde sterben an dieser Krankheit, weil sie den Herzmuskel befällt und zum Versagen der Funktionen führt, noch ehe die Krankheit diagnostiziert werden konnte.
Tollwut 12. Lebenswoche Tollwut ist eine Viruskrankheit, die sowohl bei Hunden als auch Menschen eine Gehirnentzündung hervorruft. Wenn keine vorherige Tollwutimpfung oder eine Postexpositionsprophylaxe stattfand, verläuft die Krankheit in den meisten Fällen tödlich. Die Tollwutimpfung hat selten Nebenwirkungen. Wichtig: Beißt ein tollwütiger Hund einen Menschen, ist dieser ebenfalls infiziert.

Welche Impfungen optional zur Verfügung stehen

Darüber hinaus gibt es auch eine Reihe von Impfungen, die als optional bezeichnet werden können. Das bedeutet, dass sie zwar empfehlenswert, aber keinesfalls zwingend notwendig sind. Das liegt zum Beispiel daran, dass nicht jeder Hund zur entsprechenden Zielgruppe der entsprechenden Krankheiten gehört.

Impfung gegen… Zeitpunkt der ersten Impfung Beschreibung der Krankheit
Zwingerhusten Achte Lebenswoche Der Zwingerhusten wird meist über die Luft oder Tröpfchen verbreitet. Auslöser sind verschiedene Erreger. Ist ein Hund von dieser Krankheit betroffen, leidet er meist unter einem trockenen Husten. Leben viele Tiere auf engem Raum zusammen (beispielsweise in einem Zwinger, in Tierpensionen oder im Tierheim), kann sich die Erkrankung noch schneller verbreiten. Hunde, die allein leben (in der Wohnung oder im Haus), erkranken hingegen seltener am Zwingerhusten.
Piroplasmose Nach Bedarf Hierbei handelt es sich um eine Impfung, die Sie vor allem durchführen lassen sollten, wenn Sie Urlaub mit Ihrem Hund in Südeuropa machen wollen. Der Grund: Piroplasmose ist eine Parasiten-Infektion, die durch Zeckenbisse im Mittelmeerraum hervorgerufen werden. Die Krankheit verläuft meist tödlich.
Herzwürmer Nach Bedarf Ähnlich verhält es sich bei den Herzwürmern. Diese Parasiten werden durch Mückenstiche auf den Hund übertragen.
Borreliose Nach Bedarf Borreliose ist ein Sammelbegriff für verschiedene Infektionskrankheiten. Diese werden in erster Linie durch Zeckenbisse hervorgerufen. Die Impfung gegen Borreliose beim Hund gilt allgemein als umstritten, da viele Tiere mit Nebenwirkungen reagieren. Besser ist es, wenn die Hunde nach jedem Spaziergang auf Zeckenbisse kontrolliert und die Schädlinge entfernt werden. Generell sollte das Thema Zecken bei Hunden niemals unterschätzt werden. Der Zeckenschutz vom Hund muss immer eine hohe Priorität genießen.

Warum Sie „mit Verstand“ impfen lassen sollten

kleiner WelpeWie immer gilt auch beim Impfen: Keine Wirkung ohne Gegenwirkung. Daher ist es besonders wichtig, dass immer darauf geachtet wird, die Impfungen sanft durchzuführen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Hunde, sondern auch andere Haustiere sowie Kinder.

Sanftes Impfen bedeutet:

  • nur die Impfungen durchführen, die nötig sind
  • nichts verallgemeinern, sondern jede Impfung separat betrachten
  • keine „automatisierten“ Impf-Intervalle
  • Impfungen, die auf die Hunderassen (vor allem kleine Hunde) angepasst werden

Ziel sollte es stets sein, dem Hund einen möglichst umfassenden Schutz zu bieten, ihn aber dennoch nicht unnötigen Strapazen und möglichen Nebenwirkungen auszusetzen. Aus diesem Grund sollten Impfungen immer differenziert und kritisch betrachtet werden. Nur so kann auch gewährleistet werden, dass jede Immunisierung mit Verstand durchgeführt wurde und keine unnötigen Risiken entstehen.

Eventuelle Nachteile und Nebenwirkungen

Natürlich ist es nie ausgeschlossen, dass eine Impfung eine eventuelle Gegenwirkung beim Hund hervorruft. Dieses Risiko besteht bei Mensch und Tier gleichermaßen, sollte aber keinesfalls überbewertet werden. Die Zahl der Tiere, die wirklich negativ auf eine Impfung reagieren, ist in Relation zum „großen Ganzen“ verschwindend gering. Dennoch soll an dieser Stelle kurz auf mögliche Nachteile und Nebenwirkungen einer Impfung hingewiesen werden.

  • Auftreten anderer (chronischer) Krankheiten
  • Schädigungen des Nervensystems
  • Allergische Reaktionen
  • Haarausfall an der Stelle des Einstichs
  • Durchfall und Erbrechen
  • Schwindel
  • Weitere Nebenwirkungen

Kosten von Impfungen

Natürlich müssen Hundebesitzer immer selbst für die Kosten der Impfungen. Um Ihnen ein Gefühl dafür zu geben, welche Kosten für Impfungen beim Hund auf Sie zukommen, haben wir die folgende Übersicht zusammengestellt.

Impfung Kosten
Grundimmunisierung Rund 50 Euro
Tollwut Rund 30 Euro
Zwingerhusten Rund 35 Euro
Wichtig zu wissen ist, dass die Impfkosten von Tierarzt zu Tierarzt variieren und von diesem selbst festgelegt werden können.

Auffällig ist auch, dass es teils sehr große regionale Unterschiede gibt. Es sollte aber auch immer bedacht werden, dass die Kosten für die Immunisierung nicht nur die Impfung an sich, sondern auch eine umfassende Untersuchung vom Hund umfassen. Schließlich werden nur Tiere geimpft, die auch klinisch gesund sind.

Buch-Empfehlungen zum Thema

Sie wollen sich noch eingehender mit der Thematik „Hunde impfen mit Verstand“ auseinandersetzen? Dann haben wir hier drei Buch-Empfehlungen für Sie:

  • Haustiere impfen mit Verstand: Ein kritischer Ratgeber: Wie es der Name bereits vermuten lässt, setzt sich dieser Ratgeber kritisch mit der Impf-Thematik auseinander. Er hinterfragt, wie sinnvoll jährliches Impfen ist und bezieht sich auch auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Das Tolle: In diesem Buch geht es nicht nur um Hunde, sondern auch andere Haustiere. Link: http://www.amazon.de/Haustiere-impfen-mit-Verstand-kritischer/dp/3981125940
  • Hunde impfen mit Verstand: Sind jährliche Schutzimpfungen notwendig und sinnvoll? Der Ratgeber für Hundeliebhaber: Auch in diesem Wert wird das Impfen durchaus kritisch hinterfragt. Der Grundtenor bestätigt dennoch die allgemeine Annahme, dass Immunisierung bei Hunden durchaus sinnvoll ist. Dieser Ratgeber gilt in Hundehalter-Kreisen als Pflichtlektüre. Link: http://www.amazon.de/Hunde-impfen-Verstand-Schutzimpfungen-Hundeliebhaber/dp/3981125908/

Hundeversicherungen, Operationen, etc…

Impfungen für Hunde sind wichtig und werden erfreulicherweise auch von zahlreichen Hundekrankenversicherungen übernommen. Die Skepsis vieler Tierhalter gegennüber den Impfungen ist allerdings in der Vergangenheit gewachsen, wie die F.A.Z. berichtet. Impfungen müssen heute differenzierter betrachtet werden. Was diese Krankenversicherungen aber nicht übernehmen, sind die Operationskosten für Hunde. Was auf den ersten Blick überflüssig klingt, sollten Hundehalter einmal hinterfragen.

Genau wie beim Menschen auch, gibt es zwei Anlässe für eine Operation. Auf der einen Seite kann eine organische Erkrankung die Ursache sein, auf der anderen Seite ein Unfall. Dabei ist nicht unbedingt die Rede von einem Unfall mit einem Auto, es reicht schon, dass das Tier beim Toben in ein Mauseloch tritt und sich den Lauf bricht. Erschrickt ein Hund und beißt aus Hektik einen anderen Hund, bleibt die Frage, wer im Zweifelsfall die Kosten für die Operation trägt. Auch wenn der andere Hundehalter in der Haftung ist, ist nicht sichergestellt, dass er die Kosten auch übernehmen kann.

Neben Unfällen besteht auch das Risiko einer rassespezifischen Erkrankung. Dazu zählt beispielsweise Hüftgelenkdysplasie. Gute Hunde OP-Versicherungen übernehmen dabei eben auch diese Kosten. Der Vergleich auf unserem Fachportal hundeopversicherung-test.de zeigt, welche Gesellschaften Einschränkungen bei den Leistungen haben und welche eine breitgefächerte Leistungsbandbreite anbieten. Die Übersicht zeigt auch, ob es Altersgrenzen bei den Tieren für die Antragstellung gibt. Hinsichtlich der Prämien gibt es natürlich in Abhängigkeit von den Leistungen deutliche Unterschiede. Für Gebrauchshunde bieten einige Versicherer jedoch Preisnachlässe.

Die Kosten für eine komplizierte Fraktur liegen bei rund 350 Euro. Rechnet der Tierarzt den dreifachen Satz ab, läuft der Halter bei fast 1.000 Euro aus. Diese Summe gilt jedoch nur für die reine Operation. Nicht berücksichtigt sind dabei die Vorbehandlung, die Nachbehandlung sowie Medikamente und Materialien. Die Gesamtkosten können in diesem Fall schnell die Summe von 4.000 Euro erreichen.

Diesem potentiellen Aufwand steht ein Monatsbeitrag in einer Bandbreite zwischen rund 15 und 30 Euro gegenüber, abhängig vom Versicherer. Im Vergleich zu einer Impfung, die bei einer Dreifachimpfung ca. 50 Euro kostet, spielen sich die Kosten für eine Hunde OP in einer anderen Liga ab. Ein Aufwand von ca. 20 Euro im Monat summiert sich im Lauf eines Hundelebens von zehn Jahren auf 2.400 Euro – etwas mehr als die Hälfte dessen, was die angeführte Kalkulation für eine Fraktur ausmacht.

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